Humboldt-Bayer Research Fellowship

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„Es hat mein Selbstvertrauen für die Zukunft gestärkt!”

Jedes Jahr werden 10 überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – Postdocs aus dem Ausland – als Humboldt-Bayer-Fellows ausgewählt und bei ihren Forschungsvorhaben in Deutschland unterstützt. Eine von ihnen war Filipa Tomé. In diesem Interview spricht sie über ihre Erfahrungen, ihre Karriere und darüber, das zu tun, was man liebt.
 
Filipa, würden Sie uns zu Beginn kurz Ihren Werdegang beschreiben, der schließlich zum Humboldt-Bayer Fellowship führte?


Ich komme aus Portugal und schloss dort meinen BA in Biochemie und MA in Molekularbiologie ab. Danach zog ich im Rahmen eines Marie-Curie-Stipendiums für Industriedoktoranden nach Belgien, um dort Pflanzengene zu identifizieren, die für Reaktionen auf bestimmte ungünstige Umgebungsbedingungen verantwortlich sind. 2016 kam ich dann als Postdoktorandin nach Deutschland zum Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung (MPIPZ), wo ich die Fruchtbarkeit von Weizen und Gerste untersuchte. Kurz nachdem ich an das Max-Planck-Institut ging, wurde ich für das Humboldt-Bayer Fellowship ausgewählt.

 

Was bedeutete das für Ihre Arbeit?


Es gab mir großes Selbstvertrauen für die Zukunft. Die Forschung kann sehr frustrierend sein und es kann sehr lange dauern, bis man weiß, ob sich eine Hypothese tatsächlich bestätigt. Das bringt also immer jede Menge Zweifel mit sich. In meiner Bewerbung für das Stipendium habe ich erklärt, was ich bislang gemacht habe und wie ich gerne weiter vorgehen wollte. Als ich dann das Stipendium bekam, war das ein richtiger Motivationsschub für mich: Ich wusste, dass sie an meine Forschung glauben, und dass es sich lohnen wird.

 

Inwiefern hat Sie das Leben und Arbeiten im Ausland persönlich und als Wissenschaftlerin verändert?


Es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Ich konnte sowohl privat als auch beruflich wachsen. Die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, Umgebungen und Denkweisen hat meine Anpassungsfähigkeit an verschiedene Situationen und auch berufliche Veränderungen verbessert. Außerdem macht es mir Spaß, die Landessprachen zu lernen. Wenn man die Sprache spricht, lernt man auch mehr über den Ort und die Leute.

 

Warum sind solche Stipendien wichtig?


Von solchen Forschungsstipendien wie dem Humboldt-Bayer Fellowship gibt es nicht viele. Sie geben uns Postdocs die Möglichkeit, eigene Ideen zu entwickeln und eigene Projekte aufzubauen – also genau das, was wir möchten. Diese Unabhängigkeit ist auch für ein vielfältiges und gesundes Wachstum der Wissenschaft und der Wissenschaftsgemeinde wichtig. Das Stipendium bietet Wissenschaftlern eine Plattform, auf der sie ihren Forschungsarbeiten eigenständig nachgehen und sich auf kreativere Weise ihren eigenen Weg bahnen können. Es fördert Denker, die Entwicklung eigener kreativer Denkweisen sowie den wissenschaftlichen Fortschritt.

 

Wie ging es nach dem Humboldt-Bayer Fellowship für Sie weiter?


Ich ging wieder zurück nach Portugal, an die Universität Lissabon. Dort war ich Science Officer und wurde für ein transatlantisches Stipendium ausgewählt, das den Wissens- und Technologietransfer vom Labor auf den Markt unterstützt. Und nun arbeite ich seit einem Jahr als Innovationsberaterin für ein Unternehmen in Braga, im Norden Portugals. Ich helfe Start-ups und wissenschaftlichen Konsortien dabei, ihre Ideen in Produkte umzusetzen und sie auf den Markt zu bringen. Die meisten dieser Start-ups sind Ableger von Universitäten, weshalb der wissenschaftliche Aspekt unglaublich wichtig und zugleich herausfordernd ist. Man weiß nie, was als nächstes kommt: Gesundheit, Maschinenbau, erneuerbare Energien, Werkstoffwissenschaften. Am Wachstum solch junger und innovativer Ideen beteiligt zu sein, ist stets aufs Neue spannend und aufregend. Ich kann mir sehr gut vorstellen, diesen Beruf noch viele Jahre lang auszuüben.

 

Was würden Sie der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Rückblick auf Ihre bisherige bemerkenswerte Laufbahn gerne mit auf den Weg geben?


Solange man das macht, was man liebt, ist man immer auf dem richtigen Weg.

 

Das Humboldt-Bayer Research Fellowship


Das Humboldt-Bayer Research Fellowship ist eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie, die der kommenden wissenschaftlichen Weltelite neue Austauschmöglichkeiten eröffnen soll. Jedes Jahr vergibt die Bayer Science & Education Foundation Forschungszuschüsse an 10 wissenschaftliche Postdoktoranden. Mit dieser Initiative sollen überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftler aus dem Ausland bei ihren Forschungsarbeiten in Deutschland unterstützt werden.

 

 

*Foto Credit: Filipa Tomé

 

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