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Lebensrettende Notdienste für Kenianer im ganzen Land

Caitlin Dolkart, Gewinnerin des Women Empowerment Awards der Bayer Foundation, ist Mitbegründerin von Flare, einer auf Mitgliedschaften basierende Notdienstplattform, die lebensrettende Einsätze von Krankenwagen in ganz Kenia ermöglicht. „Mit unserer Plattform konnten wir die Reaktionszeit landesweit auf 18 Minuten senken“, berichtet Caitlin Dolkart in einem Interview mit der Bayer Foundation.

 

 

 

 

Women Empowerment Award Winner

YYMMDD Bayer Foundation

Caitlin Dolkart



Flare


 

 

Ob man nun in den USA oder Europa zu Hause ist – im Falle eines medizinischen Notfalls ruft man als erstes einen Krankenwagen. In Kenia, wo die Unternehmerin Caitlin Dolkart seit 2011 lebt und im Gesundheitswesen arbeitet , war das für lange Zeit einfach keine Option. Ohne einen zentralen Notruf mussten Patienten und Angehörige in einer Notlage Nummern verschiedener lokaler Rettungsdienste wählen oder meistens einfach selbst ins nächste Krankenhaus fahren. „In Nairobi beträgt  die durchschnittliche Reaktionszeit 162 Minuten. In New York nur 18 Minuten. Die erste Stunde, die man auch die ‚goldene Stunde‘  nennt, kann maßgeblich sein. Für viele entscheidet sie tatsächlich über Leben und Tod“, erläutert Caitlin Dolkart.

 

Sie und Mitbegründerin Maria Rabinovich riefen 2018 Flare ins Leben. Beide waren bereits seit Jahren in den Bereichen Gesundheit und Technik in Ostafrika tätig. „Wenn wir über die Gesundheitsversorgung in Kenia sprechen, fällt es leicht, sich auf die Probleme zu konzentrieren: zu wenig Ärzte, zu wenig Dienstleistungen, zu wenig Krankenhäuser. Maria und ich wollten die Gespräche in eine andere Richtung lenken, indem wir uns auf die Ressourcen konzentrieren, die wir nutzen können.“ Nach vielen Jahren der Zusammenarbeit mit der Clinton Health Initiative in Ostafrika sah Caitlin Dolkart eine Chance, Notdienste einzurichten, um die Gesundheitsversorgung voranzubringen. „Wir wussten, dass es im ganzen Land hunderte von Rettungswagen gibt. Es ging darum, sie zu organisieren. Ich hörte so viele tragische Geschichten über Menschen, die auf der Straße gestorben sind, weil die Notdienste nicht rechtzeitig da waren. Um genau zu verstehen, wie dieses Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage zustande kommt, saß ich wochenlang in einem Krankenwagen. Dort beobachtete ich unter anderem, dass die Fahrer der Rettungswagen häufig Schwierigkeiten hatten, den genauen Standort der Patienten zu finden. Das war eines der ersten Probleme, die ich lösen wollte.“

 

Viele Zeitungen bezeichnen Flare als „Uber for Ambulances“, da der Dienst nach einem ähnlichen Konzept funktioniert. Ein eigenes unglaublich intelligentes, nahtloses computergestütztes Einsatzleitsystem steuert die Einsätze von Anfang bis Ende.  Um die Plattform zu nutzen, schließt man eine Jahresmitgliedschaft auf Rescue.co ab. Das Angebot richtet sich an Familien, Schulen, Unternehmen und Einzelpersonen. Als Mitglied hat man rund um die Uhr Zugang zu einer Flotte von 600 Rettungsfahrzeugen. Das Team von Flare besteht aus Einsatzleitern und Softwareexperten. „Mit unserer Plattform konnten wir die Reaktionszeit landesweit auf 18 Minuten senken. Im Vergleich dazu dauerte es vorher mehr als einen Tag, bis ein Krankenwagen in einem entlegenen Gebiet ankam“, fügt Caitlin Dolkart hinzu.

 

Sie will die Dienstleistungen von Flare auch in anderen ostafrikanischen Ländern etablieren, damit immer mehr Menschen in der Region von schnell eintreffenden Notdiensten profitieren können. „Außerdem funktioniert Flare mit Einsatzkräften aller Art. Ob es nun um Rettungswagen, Sicherheitskräfte, Abschleppdienste oder die Feuerwehr geht – unsere Technologie bringt dringende Einsätze mit Menschen in Notlagen zusammen. In der Brandbekämpfung können wir zum Beispiel die Feuerwehren in Zusammenhang mit den vorhandenen Wasserquellen koordinieren, um Brände effektiver zu bekämpfen. Oder bei Unfällen ist es zum Beispiel möglich, den Einsatz eines Rettungswagens und eines Abschleppdienstes zu koordinieren.“

 

Mithilfe der Dotierung des Women Empowerment Awards wird sich Caitlin Dolkart darauf konzentrieren, die Anzahl der Rettungsdienste, die über Flare angeboten werden können, zu erhöhen. „Wir wollen die gesamte Bandbreite an Notfalldienstleistungen integrieren. Beispielsweise beschäftigen wir uns gerade mit Lufttransporten, die Patienten, die zum Beispiel nach einem Herzinfarkt  eine intensivere Versorgung benötigen, ins nächste Krankenhaus bringen. Dass wir den Women Empowerment Award gewonnen haben, wird unserer Lösung auch mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Eine internationale Auszeichnung zu bekommen, verleiht uns eine großartige Dynamik“, betont die Unternehmerin.

 

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